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Veröffentlicht am 31.08.2016 - Leib und Seele - Kultur und Tradition

Weltklass(e)ische Musik in einem kleinen Wälderdorf

Ein herzliches Hallo nach Schwarzenberg!

Ich wollte mich noch einmal für die wunderbare Zeit in Schwarzenberg bedanken. Seit gestern bin ich wieder zuhause in Hamburg und genau in diesem Moment erzähle ich all meinen Freunden, wie toll es in Schwarzenberg gewesen ist und da ich euch nun auch dazu zählen darf, erfahrt auch ihr davon. Vor allem Antonia ist mir meinen Aufenthalt sehr neidig gewesen, denn nur durch sie wurde mir die Reise in den Bregenzerwald überhaupt ermöglicht. Antonia ist die beste Freundin meiner Mutter und sie hat schon im Vorjahr die Karten und das Zimmer gebucht gehabt. Jedoch wurde sie kurzfristig verhindert. Als sie mir berichtet hat, dass ich nach Schwarzenberg fahren soll, wusste ich nicht recht wie ich reagieren sollte. Mal ganz ehrlich, was sollte ich im Sommer in einem Konzertsaal? Trotzdem habe ich mich auf dieses Abenteuer eingelassen und ließ alles auf mich zukommen.

Die Anreise mit dem Flugzeug und dem Zug war sehr unkompliziert. In Dornbirn stieg ich um in den Bregenzerwald Landbus. Dass man bei euch sogar die Busse nach der Region benennt, finde ich super! Überhaupt die starke Verbundenheit mit der Region habe ich bisher noch nirgends so gesehen.

Am Eingangstor von Schwarzenberg, dem Bödele, angekommen, kommt eine ganz andere Welt zum Vorschein. In Dornbirn war alles noch recht städtisch, aber je weiter man Richtung Schwarzenberg fährt, desto stärker zeigt sich die Landschaft von ihrer natürlichen und unbelasteten Seite. Direkt auf der Passhöhe hält der Bus an, um die Fahrgäste aussteigen zu lassen. Gerade genug Zeit, um meinen Blick in die schöne Natur schweifen zu lassen. Der strahlendblaue Horizont mit einzelnen kuscheligen Wölkchen ist Hintergrund für die einzigartige Bregenzerwälder Bergwelt. Es schmiegt sich ein Berg an den andern an und dazwischen liegen die einzelnen Täler, durch die sich der Hauptfluss, die Bregenzerache schlängelt. Schwarzenberg Dorfplatz, so heißt die Bushaltestelle im Dorfzentrum, da muss ich raus. Apropos Dorfzentrum - ganz imposant ragt dort der Kirchenturm als Mittelpunkt des Dorfes in die Höhe und wird von einigen über 250 Jahre alten Gebäuden umsäumt. Unter zwei der historischen Dächer befinden sich exzellente Gasthäuser, nämlich das Gasthaus Adler und das Hotel Gasthof Hirschen.

Bis zum Konzert bleiben mir noch gut 3 Stunden. Deswegen beziehe ich erstmal mein Zimmer und lasse mir ein paar Tipps von meiner Vermieterin geben, was es in Schwarzenberg alles zu entdecken gibt. Mein Zimmer ist mit viel Liebe zum Detail eingerichtet und lässt keine Wünsche offen. Ich mache mich noch schnell frisch und dann geht's für mich zu den ganz besonderen Ausstellungen im Dorfzentrum. Ich habe mir sagen lassen, dass diese Kunstausstellungen zweimal im Jahr extra zur Schubertiade installiert werden. Zu bestaunen und kaufen gibt es moderne Fotografien von Landschaften, handgefertigte Kleider und Schuhe vom Designer, abstrakte Kunstwerke, edle Mitbringsel sowie Handtaschen aus Rinderleder. Ganz besonders authentisch finde ich die Ausstellung im Erdgeschoss des Gasthofs Adler, wo alte und neue Kunst ausgestellt ist.

Oh, ein kurzer Blick auf meine Uhr sagt mir, dass es Zeit ist meine reservierte Karte im Kartenbüro abzuholen. Es haben sich schon einige nobel Gekleidete vor dem Angelika-Kauffmann-Saal versammelt. Für mich ganz überraschend tauchen auf einmal zwei Bläser auf und stimmen ein wundervolles Volksmusikstück an. Hinter den Musikern strahlt die grüne Wiese und ein sehr angenehmer Wind weht um. Mit meiner Karte in der Tasche gönne ich mir vor dem Konzert einen kleinen Schluck Sprudel, mische mich unter die Leute und lausche den großartigen Klängen.

Langsamen Schrittes schlendern die Ersten schon in den prächtig holzverkleideten Angelika-Kauffmann-Saal und machen sich auf die Suche nach ihren Sitzplätzen. Die heutige Schubertiade-Veranstaltung ist ein Liederabend mit der international renommierten Künstlerin Julia Kleiter, die vom Pianisten Michael Gees am Klavier begleitet wird, so steht es jedenfalls in meinem Programmheftchen.

Vor dem Konzert wurmt mich nur noch eine Frage, wie kommt man auf den Namen Schubertiade? Schubert-idade, hmm... Das Einzige was ich mir selbst zusammen reimen kann, ist dass die Veranstaltung eine Hommage für den Komponisten Franz Schubert ist oder nur Stücke vom großen Künstler aufgeführt werden.

Stille im Saal, alle warten schon ganz gespannt auf den Auftritt der Künstler. Erst erscheint ein Mann in schwarzem Frack gekleidet und roter Brille auf der Nase, dicht dahinter folgt eine blonde Dame im schlichten hellblauen Prinzessinnenkleid. Mit viel Elan schwingt der Herr seinen Frack nach hinten und setzt sich schwungvoll auf seinen Hocker. Ohne lange Ansprache stimmen Kleiter und Gees gemeinsam mit "Willkommen, rotes Morgenlicht!" den Liederabend an. Mit imposantem Tastenschlag geht es weiter mit einem Stück von Christoph August Tiedge, das sich "An die Sonne" nennt. Es folgen die herrlichsten Werke, bei denen Gees mit viel Fingerspitzengefühl die verschiedensten Töne erklingen lässt. Diese Kombination von Gesang und Klavier ist einfach himmlisch. Vor allem beim Stück "Nachtviolen" haben sie mich auf eine Reise in die Märchenwelt mitgenommen. Diese Komposition von Johann Mayrhofer haben die Künstler so hervorragend vorgetragen, dass ich kurzzeitig in eine Traumwelt gesunken bin. Kurz danach stellten sich die Künstler ins Zentrum der Bühne und die Zuhörer applaudierten tobend - die Pause bricht an.

In der Pause sah ich mich im Foyer um, da stach mir glatt ein schön glänzendes mit Gelee überzogenes Erdbeercremetörtchen ins Auge. Davon musste ich mir einfach eins bestellen. Ich nehme den ersten Bissen und ich sage euch es ist so köstlich! Euch sollte jetzt das Wasser im Mund zusammenlaufen. Ach ja, die Frage bezüglich des Namens konnte ich auch klären. Eine sehr nette Dame aus Schwarzenberg erklärte mit, dass diese Veranstaltung, wie ich vermutet habe, eine Hommage an Franz Schubert ist, allerdings werden nicht nur Lieder von ihm aufgeführt sondern auch andere von sehr berühmten Komponisten.

Das Foyer leert sich rasch wieder, als alle wieder zu ihren Plätzen marschieren. Beim Hineingehen fiel mir die wunderbare Architektur des Saales auf. Der Boden, die Seitenwände und auch die Decke sind aus hellem Holz gemacht, wodurch eine sehr wohlige Atmosphäre herrscht und die Menschen von Beginn an in eine heitere Stimmung versetzt werden. Allmählich beginnt der zweite Teil des Abends und es geht mit Darbietungen gleichen Niveaus weiter. Die Zeit vergeht wie im Flug, aber auch die schönsten Dinge müssen irgendwann zu Ende gehen, so auch dieser herrliche Liederabend. Die freudigen Gesichter der Besucher füllen den Raum mit kräftigem Applaus. Ganz passend ist auch die Zugabe mit dem Titel "Vom Lachen und vom Weinen" gewesen.

Das Konzert fand ich einfach göttlich. Ich hätte mir nie vorstellen können, dass mir ein klassisches Konzert je gefallen könnte. Aber die Schubertiade in Schwarzenberg ist einfach nicht mit einem Konzert in irgendeinem Saal zu vergleichen. Schon der Ort selbst ist so besonders. Ich glaube, es ist eine Kombination aus altgepflegter Architektur, die Gelassenheit und die Nähe zur Natur, die Schwarzenberg so einzigartig machen. Dadurch habe ich mich (auch als 25 Jährige) bei diesem Liederabend richtig wohl gefühlt.

Gemütlich schlendere ich in Richtung Kirche und es strömt mir ein herzhafter Duft von Essen entgegen. Ich bleibe stehen und drehe meinen Kopf nach rechts und sehe die reizende Lichterkette, die sich in den Baumkronen festhält. Was für ein Glück, es gibt noch einen freien Tisch. Ich setze mich unter den Kastanienbaum, ordere einen feinen weißen Tropfen, genieße die letzten Sonnenstrahlen und freue mich auf mein Wiener Schnitzel vom Kalb. Ich wollte mir einen Tisch für morgen Mittag reservieren lassen, jedoch wurde mir mitgeteilt, dass das Gasthaus Krone nur während der Schubertiade geöffnet ist und heute ist schon der letzte Tag gewesen ist. Leider.

Liebe Schwarzenberger, ich weiß, dass meine Worte nur kaum das beschreiben können, was diesem schönen Fleck Erde gerecht wird. Euer Dorf ist einfach einmalig! Meine Freunde und ich öffnen jetzt eine Flasche Weißwein, schnabulieren dazu den köstlichen Bregenzerwälder Bergkäse, den ich ihnen mitgebracht habe und schwelgen noch weiter in meinen Erinnerungen an Schwarzenberg.

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